PMP Zertifizierung: Formen der Macht im Rahmen der Führung (Teil1)

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Der PmBok Guide 6th bildet die Grundlage für die Zertifizierung zum Project Management Professional. Auf der Seite 63 findet man eine stattliche Aufzählung an Formen der Macht. Obwohl mir die die einzelnen Formen alle irgendwie bekannt sind, war ich doch überrascht, diese ganze Liste von Möglichkeiten der Machtausübung in ihrer ganzen Komplexität vor mir zu sehen. In den folgenden Artikeln sollen die einzelnen Möglichkeiten der Machtausübung näher beleuchtet werden.

Der Chef steht vor seinem Team und befielt: "Ab sofort gehört Befehl und Gehorsam der Vergangenheit an. Ab sofort sind Sie kreativ und frei in Ihren Entscheidungen. Haben Sie das Verstanden?" Eine Frau denkt: Oooooh nein! Jetzt habe ich mich so daran gewöhnt.
Kann man Kreativität oktruieren?

Grundsätzlich impliziert wohl für das Gefühl der meisten Menschen der Begriff „Macht“, übt Autorität im Sinne von Autoritär. Dies entspricht allerdings nicht der Realität. Allein die Liste der 15 Möglichkeiten Macht auszuüben, wiedersprechen einem einseitig autoritären Kontext. Ob bspw. die positionsbezogene Macht autoritär, kooperativ, partizipativ oder Laissez fair ausgeübt wird, entscheidet derjenige, der die Rolle innehat. Dies wird auch in meinem Artikel zu Hersey und Blanchard deutlich, indem die Macht Motivation von Führungskräften näher beleuchtet wird.

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Positionsbezogene Macht

Hierbei handelt es sich zurzeit wohl noch um die häufigste Form der Machtausübung. Der Dienstgrad oder die formale Position als Projektmanager oder Linienmanager, ist i.d.R. mit positionsbezogener Macht ausgestattet. In vielen Bereichen wird diese Art der Macht auch nie ausstreben, was meiner Ansicht nach auch keinen Sinn machen würde. Ein Zugführer einer Polizeieinheit wird im Einsatz wohl kaum über demokratische Abstimmungen Entscheidungen treffen. Auch in zivilen Umgebungen, halte ich die positionsbezogene Macht für absolut notwendig. In vielen Bereichen wird Macht nur nicht sinnvoll angewendet. Das sieht man in letzter Zeit insbesondere in der Politik.

In Einzelfällen muss Positionsmacht auch autoritär ausgeübt werden. Es gibt immer Menschen, die nur autoritär führbar sind. Das Macht also situativ unterschiedlich angewendet werden muss, das trifft ja die Kernaussage von Hersey und Blanchard.

In agilen Umgebungen schwindet die positionsbezogene Macht. Zumindest in der Theorie. Der SCRUM Master bspw. ist als Primus Inter Pares nicht befugt, mit Anweisungen und dem Anspruch auf Ausführung zu führen.

 

Informationsbezogene Macht

Auch da wo Informationen erfasst oder verteilt werden, entsteht Macht. Eine destruktive Form dieser Macht wäre der Informationsrückbehalt für bestimmte Stakeholder. Auch die zeitliche Reihenfolge der Informierung der Stakeholder kann unterschiedliche Informationszustände erzeugen. Nicht umsonst gibt es den uralten Spruch, „ich weiß etwas, was Du nicht weißt“, der gegenüber dem Nichtwissenden eine gewisse Schadenfreude aufzeigt.

Schon die sieben Manipulationsgesetze von Joseph Kirschner sahen in dem gezielten Rückbehalt von Informationen ein Werkzeug der Manipulation und Festigung der eigenen Machtposition.

In der PMP Prüfung werden keine destruktiven Methoden präferiert. Also bspw. die Disziplinierung eines Team Mitglieds durch Informations-Rückbehalt.

 

Macht durch Identifikation

Vorbilder beeinflussen Menschen. Im Guten wie auch im Schlechten. Schon in der Kindererziehung ist die Vorbildfunktion der stärkste Hebel. Auch in agilen Umgebungen hilft die Vorbildfunktion eine gewisse informelle Autorität zu erzeugen. Allein ein gutes Vorbild darzustellen reicht aber nicht aus. Es gehören noch andere Persönlichkeitsmerkmale dazu, Autorität aufzubauen. Fehlen wichtige Merkmale, kann es durchaus für Respekt reichen, Respekt allein erzeugt aber noch keine Autorität.

 

 

Fortsetzung folgt.

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