Antizipation ist ein wichtiges Merkmal der eignen Lebensführung. Gerade Projektmanagement, agil oder prognostiziert, lebt von der Antizipation.
Eigentlich bin ich Trainer für Projektmanagement und kein Lifestyle Berater. Ich musste aber feststellen, dass Projektmanagement signifikante Elemente bietet, die einer erfolgreichen Lebensführung zuträglich sind. Schon allein die Definition für ein Projekt nach PMI (Project Management Institute USA), zeigt die Parallelen auf:
Ein Projekt*…..
…ist zeitlich begrenzt – Wie lange haben Sie vor zu leben? Können Sie die Länge Ihres Lebens beeinflussen?
…entwickelt sich anhand einer fortschreitenden Ausarbeitung – Entwickeln Sie sich weiter, verharren Sie auf der Stelle oder entwickeln Sie sich gar zurück?
…erzeugt einmalige Produkte oder Dienstleistungen – Sind nur Ihre Fingerabdrücke einmalig oder auch Ihre Persönlichkeit?
…dient der Erreichung eines Ziels – Plätschert Ihr Leben so dahin oder verfolgen Sie proaktiv einen Ziel orientierten Lebensplan? Findet Ihr Plan mit 67 ein Ende?
…kann auf allen Ebenen der Organisation stattfinden – Agieren Sie in jedem Umfeld sicher? Wie viele Rollen nehmen Sie im Leben wahr? Vater/Mutter, Ehemann/frau und Chef/in ? Reicht das?
…ist Teil eines strategischen Plans – Unterliegt Ihr Leben einem strategischen Plan? Um diese Frage zu beantworten, müssten wir in den Bereich der Transzendenz übergehen. Von daher wollen wir hier die Unterscheidung zwischen operativer und strategischer Lebensplanung fokussieren.
….sollte antizipierend überwacht und gesteuert werden.
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Wie wichtig ist eine antizipierende Lebensplanung?
Wenngleich die einzelnen Kriterien zur Definition eines Projekts, auch den Lebenszyklus des Menschen gut beschreiben, kommt man nicht umhin, zuzugeben, dass gerade die Initiierung und das Nachcontrolling des Lebenszyklus, nicht in der eigenen Hand liegen. Gerade die ersten 0 – 14 Lebensjahre, finden hauptsächlich fremdgesteuert statt. Was wiederum nicht heißen soll, dass Kinder nicht auch schon ein sehr konkretes Lebensziel ins Auge fassen können.
Einer meiner Onkel bspw. verbrachte seine Kindheit im Heimen. Schon als Kind entschied er, dass er später die Situation von Kindern in Heimen verbessern wolle. Er verfolgte sein Ziel konsequent und führte später als Oberamtsrat fünf Heime in Berlin. Als 16 jähriger durfte ich in einem Heim für „schwer erziehbare“ Mädchen (heute: Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten), einen Tag verbringen. Der Tag zählte nicht gerade zu den Highlights meiner Lebenserfahrung.
Als eine der wichtigsten Begleiterscheinungen des Projektmanagements, erkennt der PmBok Guide die “Antizipation“. Für uns Deutsche nicht leicht nachvollziehbar: Auch eine „Korrektur“ wird als antizipierend erkannt. Aufgrund eines erkennbaren Trends (Rule of Seven), bspw. auf einer Qualitätsregelkarte, wird in einem Prozess eine antizipierende Korrektur vorgenommen, um Kosten für schlechte Qualität zu vermeiden.
Antizipation im Leben ist genauso wichtig wie Antizipation auf der Autobahn oder Antizipation im Risikomanagement. Antizipation schafft Sicherheit und hilft Ihnen, sich in der später stattfindenden Situation oder dem Ereignis sicherer zurechtzufinden.
Antizipation – also das gezielte Vorwegnehmen künftiger Ereignisse, Reaktionen oder Argumente – ist ein mächtiges psychologisches und strategisches Instrument. Wenn Antizipation manipulative Züge annimmt, geht es meist darum, das Handeln, Denken oder die Entscheidungsfreiheit der Gegenseite einzuschränken, bevor diese überhaupt agieren kann.
So kann also Antizipation als positives als auch manipulierndes Werkzeug genutzt werden.
Ein Verkaufsgespräch bspw. kann in Form eines „inneren Dialogs“ geübt werden, quasi ein durchdeklinieren aller Argumente und Gegenargumente.
Neuere Erkenntnisse, fokussieren auch die Antizipation von Nichtwissen. Dieses Thema soll in diesem Artikel nicht weiter beleuchtet werden
Sich frühzeitig auf seine Fähigkeiten zu konzentrieren, liegt nicht in der eigenen Hand. Hier spielen die Eltern eine bedeutsame Rolle im Rahmen der Sozialisation und realistischen Antizipation der Möglichkeiten ihres Nachwuchses. Projizieren die Eltern ihre persönlichen Ziele auf das Kind oder ergründen sie die Fähigkeiten des Kindes und fördern diese selbstlos?
Tatsache ist, dass die meisten Eltern nicht nach den Fähigkeiten des Kindes suchen, sondern die Schwächen des Kindes wahrnehmen und versuchen, diese zu eliminieren oder in Stärken umzuwandeln.
Ein Kind, dessen Eltern emphatisch und sensibel die Fähigkeiten des Kindes antizipierend steuern, vermittelt dem Kind automatisch eine vorausschauende Lebensweise. Kommt der Jugendliche irgendwann in die Situation selbst zu entscheiden, werden in den meisten Fällen diese Verhaltensweisen übernommen.