Macht, egal in welchem Rahmen, Macht war schon immer ein Bestandteil aller menschlichen Kulturen. Im unserem Zeitalter jedoch spielt sich Macht hauptsächlich im Rahmen der Berufsausübung oder Politik ab. Um die berufliche Macht soll es hier gehen.
Im PMBOK Guide 6th, auf der Seite 63 findet man eine stattliche Aufzählung an Formen der Macht. Obwohl mir die die einzelnen Formen alle irgendwie bekannt sind, war ich doch überrascht, diese ganze Liste von Möglichkeiten der Machtausübung in ihrer ganzen Komplexität vor mir zu sehen. In den folgenden Artikeln sollen die einzelnen Möglichkeiten der Machtausübung näher beleuchtet werden.
Markus 10,43–44:
„Wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener; und wer unter euch der Erste sein will, der sei aller Knecht.“
Ich denke, kaum ein Leser hat nach dem Titel „Lust auf Macht“, mit einem Bibelvers gerechnet. 😉
Aber die Szene im Bild, hat wirklich statt-gefunden. Eine japanischen Abordnung zu Gast bei einem deutschen Unternehmen. Der deutsche CEO gießt allen Teilnehmern Kaffee ein. Der japanische CEO und die japanischen Manager waren schockiert über diesen Fauxpas! In der japanischen Kultur hat eine dienende Geste einer Person, einer höheren Managementebene, keinen Platz.
Letztendlich, hat der CEO den Rat der Bibel gespiegelt.
Das dort vermeintlich Frau Merkel am Tisch sitzt, ist reiner Zufall.
Wer das Prinzip von Servant Leadership und das biblische Dienen verinnerlicht hat, knackt in der PMP Prüfung im Bereich Führung, Stakeholder-Management und Ethik fast jede Management- oder Prüfungsfrage. Denn im modernen Projektmanagement geht es schließlich genau darum: Den Weg für das Team frei zu räumen, Hindernisse aus dem Weg zu schaffen und die Mitarbeiter zu unterstützen, statt von oben herab zu herrschen.
ECO 2026:
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Grundsätzlich, impliziert wohl für das Gefühl der meisten Menschen, der Begriff „Macht“, übt Autorität aus im Sinne von Autoritär. Dies
entspricht allerdings nicht der Realität. Allein die Liste der 14 Möglichkeiten Macht auszuüben, widersprechen einem einseitig autoritären Kontext. Ob bspw. die positionsbezogene Macht autoritär, kooperativ, partizipativ oder laissez fair ausgeübt wird, entscheidet derjenige, der die Rolle innehat. Dies wird auch in meinem Artikel zu Hersey und Blanchard deutlich, indem die Macht Motivation von Führungskräften näher beleuchtet wird.
Für einen nach dem PMI-Standard PMP-zertifizierten Projektmanager ist eine solche willkürliche oder gar autoritäre Auswahl von Machtstilen natürlich ein absolutes No-Go. Statt morgens im Spiegel zu überlegen, ob man diktatorisch durchgreift oder die Mitarbeiter im Laissez-faire-Stil hängen lässt, fordert das Project Management Institute (PMI) eine dienende und unterstützende Führungshaltung (Servant Leadership). Ein professioneller Projektleiter agiert nicht aus egozentrischer Machtfülle heraus, sondern stellt den Teamerfolg, Empathie und die Beseitigung von Hindernissen in den Mittelpunkt seiner täglichen Arbeit.
Es kommt aber auch auf die Art des Projekts an, wie im Folgenden noch aufgezeigt wird.
Hierbei handelt es sich zurzeit wohl noch um die häufigste Form der Machtausübung. Der Dienstgrad oder die formale Position als Projektmanager (Projektorientiert; PmBok Guide 6th, S.47) oder Linienmanager, ist i.d.R. mit Positionsmacht ausgestattet. In vielen Bereichen wird diese Art der Macht auch nie aussterben, was meiner Ansicht nach auch keinen Sinn machen würde. Ein Zugführer einer Polizeieinheit, wird im Einsatz wohl kaum über demokratische Abstimmungen Entscheidungen herbei führen. Auch in zivilen Umgebungen, halte ich die positionsbezogene Macht für absolut notwendig. Allerdings wird in vielen Bereichen Macht nicht sinnvoll angewendet. Das sieht man in letzter Zeit insbesondere in der Politik.
Neben Notfallsituationen gibt es im Projektalltag auch menschliche Härtefälle wie unverbesserliche Narzissten, Dunning Kruger Geschädigte oder Personen in psychischen Ausnahmezuständen (wie einst der verstorbene Daniel Küblböck), die sich kooperativer Führung gänzlich entziehen. In solchen Fällen greift kein partizipativer Servant-Leadership-Ansatz mehr. Stattdessen unterscheidet die moderne Führungstheorie hier strikt zwischen autoritärer Willkür und professioneller, direkter bzw. transaktionaler Führung (Management by Objectives). Das Project Management Institute (PMI) deckt dies über strukturierte Werkzeuge wie die Team Charter, messbare KPIs und den formalen Eskalationspfad ab. Wenn Menschen toxisch agieren und nicht führbar sind, schützen klare Leitplanken, eiserne Regeln und notfalls der Ressourcenaustausch das gesamte Projektteam vor dem Scheitern.
Inbesondere bei Scrum und agilen Methoden basiert das Machtgefüge nicht auf hierarchischer Befehlsgewalt oder positioneller Macht, sondern auf transparenter Selbstorganisation, geteilter Verantwortung und Servant Leadership, bei dem Führung als dienende Funktion verstanden wird, um dem Team die eigenverantwortliche Zielerreichung zu ermöglichen.
Erfahrungen aus der Praxis: Agiles Arbeiten funktioniert hervorragend, wenn ein Team reif, hochkompetent und eigenverantwortlich ist. Sobald aber Konflikte eskalieren, toxische Dynamiken ins Spiel kommen oder schnelle, harte Entscheidungen nötig sind, stößt das rein gleichberechtigte System an seine Grenzen – weshalb auch in der agilen Welt klare Leitplanken (wie die Team Charter oder definierte Entscheidungsregeln) unverzichtbar sind.
Und eine gespaltene Gesellschaft forciert auch in Unternehmen eher das Destruktive.
Allerdings gilt auch für das agile Umfeld: Das Fehlen von positionsbezogener Macht, blendet nicht jegliche Macht aus. Das erfahren wir in den nächsten Abschnitten.
Auch da wo Informationen erfasst oder verteilt werden, entsteht Macht. Eine destruktive Form dieser Macht wäre, der Informationsrückbehalt für bestimmte Stakeholder. Auch die zeitliche Reihenfolge der Informierung der Stakeholder kann unterschiedliche Informationszustände erzeugen. Nicht umsonst gibt es den uralten Spruch, „ich weiß etwas, was Du nicht weißt“, der gegenüber dem Nichtwissenden, eine gewisse Schadenfreude impliziert.
Schon die sieben Manipulationsgesetze von Joseph Kirschner sahen in dem gezielten Rückbehalt von Informationen ein Werkzeug der Manipulation und Festigung der eigenen Machtposition.
In der PMP Prüfung werden keine destruktiven Methoden präferiert. Also bspw. die Disziplinierung eines Team Mitglieds durch Informations-Rückbehalt.
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Hütet die Herde Gottes, die euch anvertraut ist… Nicht als Herren über die Gemeinde, sondern als Vorbilder der Herde.“
(1. Petrus 5,2–3)
Dieser Bibelspruch impliziert sehr deutlich: Macht bedeutet nicht zwangsweise Herrschaft nach Herrenmenschen-Art!
Auch Ende der 70er lernte ich in der Bundeswehr die Maxime „Führen durch Vorbild“ kennen. Leider hielten sich auch in der Bundeswehr nicht alle daran. Und das betraf Offiziere, Feldwebel und Unteroffiziere.
Vorbilder beeinflussen Menschen. Im Guten wie auch im Schlechten. Schon in der Kindererziehung ist die Vorbildfunktion der stärkste Hebel. Auch in agilen Umgebungen hilft die Vorbildfunktion eine gewisse informelle Autorität zu erzeugen. Allein ein gutes Vorbild darzustellen, reicht aber nicht aus. Es gehören noch andere Persönlichkeitsmerkmale dazu, Autorität aufzubauen. Fehlen wichtige Merkmale, kann es durchaus für Respekt reichen, Respekt allein erzeugt aber noch keine Autorität.
Neben Integrität und einem guten Vorbild verlangt echte Autorität vor allem Entschlossenheit, Fachkompetenz und die Fähigkeit zur emotionalen Unabhängigkeit. Wer in kritischen Momenten keine klaren Entscheidungen treffen kann oder sich von Partikularinteressen treiben lässt, verliert trotz aller Beliebtheit den Führungsanspruch. Wahre Autorität entsteht erst dort, wo berechenbare Verlässlichkeit auf die unerschütterliche Haltung trifft, auch unbequeme Maßnahmen konsequent zu vertreten. Sie ist kein passiver Status, der einem verliehen wird, sondern das aktive Resultat aus Kompetenz, Rückgrat und der unmissverständlichen Bereitschaft, Verantwortung für das Ganze zu übernehmen.