Kennen Sie das? Sie sind hochmotiviert, Sie haben den Rubikon überschritten und jetzt fehlt Ihnen plötzlich jeglicher Antrieb. Sie hängen nur noch durch.
Die Metapher des Rubikons haben wir Julius Cäsar zu verdanken, der mit seinem Heer den kleinen Fluss Rubikon überschritt um seine Macht zu festigen. Der Rubikon stellte quasi den „ Point of no return“ dar. Jetzt hieß es Augen zu und durch! Wem jetzt die Knie schlotterten, der hatte schon verloren.
Überlegen Sie sich genau – und das schon zum Zeitpunkt der Bildung Ihrer Motive – ob bezogen auf Ihr Vorhaben ein Rubikon existiert. Und nicht nur das. Falls andere diesen Rubikon mit überschreiten sollen, wie das bei Cäsar der Fall war, seien Sie sich sicher, dass diese Mitstreiter nicht nur hoch motiviert sind, sondern auch volitioniert sind. Es nutzt wenig, wenn Ihre Mitstreiter vor Begeisterung sprühen, wenn sie voller Elan Verantwortung übernehmen wollen und Energie geladen das Projekt in Angriff nehmen, aber nach der Hälfte der Strecke erschlaffen, nicht mehr mitmachen oder andere Prioritäten setzen.
Von Interesse wäre auch, ob Wadenbeißer und Miesmacher existieren, die Ihnen und Ihren Mitstreitern das Leben schwer machen, die extrem volitioniert sind, Sie erst gar nicht den Rubikon erreichen zu lassen. Bspw. sind die wenigsten Menschen Entrepreneure. Wenn jemand also ein Unternehmen gründen möchte, kann sein familiäres Umfeld erheblichen negativen Einfluss auf den Gründer ausüben. Anfangs signalisieren alle Unterstützung, wenn dann die ersten Hürden auftauchen, tauchen die „Unterstützer“ nicht nur ab, sie mutieren auch noch zum aktiven Bremsklotz. Wenn dann der Rubikon breiter ist als der von Julius Cäsar, kann dieses soziale Umfeld erheblich zum Scheitern des Projekts beitragen.
Einen Rubikon zu definieren, bedeutet auch, sein soziales Umfeld zu scannen. Häufig ist es einfacher diese Hürde allein zu nehmen, als mit vermeintlichen Unterstützern. Auch in diesem Kontext findet die KI mehrere warnende Bibelverse:
Micha 7,5: „Verlasst euch nicht auf den Nächsten, traut keinem Vertrauten! Bewege die Türen deines Mundes auch vor der, die in deinem Arm schläft.“
Sprüche 18,24 (bzw. Sprüche im übertragenen Sinne über Weggefährten): „Wer sich mit Toren einlässt, dem geht es schlecht.“
Sie sollten schon gemerkt haben, (intrinsische) Motivation und Volition sind nicht synonym zu verwenden. Ein bestimmtes Vorhaben hoch motiviert anzugehen ist noch keine Garantie dafür, dass dieses Vorhaben erfolgreich beendet wird. Motivation und Volition sind aber auch keine Gegensätze, nein, sie ergänzen sich und der Rubikon bildet die Schnittstelle zwischen Motivation und Volition. Wenn die Motive zu dem Entschluss führen bspw. das Rauchen einzustellen, stellt der Entschluss den Rubikon dar. Allerdings kann der Rubikon zu diesem Zeitpunkt noch mit einem kleinen Rinnsal vergleichbar sein. Sie müssen aus diesem Rubikon einen reißenden Fluss erzeugen, der eine Umkehr zurück unmöglich macht.
Eine wichtige Möglichkeit ist die Um-Programmierung des Unterbewusstseins. In der Episode zum Priming habe ich dazu schon einiges gesagt. Eigenschaften wie Selbstdisziplin, Selbstvertrauen, antizipierende Weitsicht und Fokussierung auf die wirklich wichtigen Anforderungen sind Eigenschaften der Volition, die ganz stark durch das Unterbewusstsein gesteuert werden.
Sicherlich kann ich mich jeden Tag zwingen Joggen zu gehen, aber erst, wenn das Unterbewusstsein „der Mann hinter dem Vorhang“ (Bruce H. Lipton, ein amerikanischer Zellbiologe) überzeugt ist, werden Sie als Jogger ein Überzeugungstäter.
Die alte Bauernweisheit „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“ trifft zwar sehr häufig zu, ist aber nicht in Stein gemeißelt. Volition, Priming und Affirmation sind Methoden, die Sie aus Ihrem „Hänschen Dasein“ erlösen.