Dieser Artikel wurde 2017 geschrieben und jetzt auf diese Website übertragen. PMI bietet inzwischen eine eigene agile Zertifizierung an, die einerseits eine anspruchsvollere Prüfung beinhaltet, andererseits ein weit aus breiter angelegtes Fundament an Werkzeugen und Methoden anbietet (Siehe Headline). Insbesondere der neue PmBok Guide 7, wird diesen Anspruch noch bedeutsamer untermauern.
Zu dem Artikel ist anzumerken, dass SCRUM nicht mehr das SCRUM ist, sondern inzwischen in diversen Varianten auftritt.
Der PmBok Guide bildet die Grundlage zur Zertifizierung zum Project Management Professional (PMP). Er wird im PMP Trainings oder Schulungen als zentrales Dokument genutzt, um auf die PMP Prüfung vorzubereiten. Die reine agile Lehre hat sich nur bedingt als erfolgreich erwiesen. Die Frage ist nicht „agil oder klassisch“. Die bisherigen Erfahrungen zeigen „sowohl als auch“. Der PmBok Guide 6th erlöst nun die agilen Frameworks vom Framework Dasein. Die Erweiterung um den Agile Practice Guide basiert auf dem PmBok Guide 6th und soll dieses Problem lösen. PMI und Agile Alliance gemeinsam, haben diese Erweiterung erarbeitet, um den agilen Methoden, speziell auch SCRUM, ein solides Projektmanagement Fundament hinzuzufügen.
Im Teil 1 haben wir uns primär mit den inkrementellen und iterativen Lebenszyklen beschäftigt.
Im Teil2 ging es darum zu zeigen, dass Projektstrukturpläne auch in agilen Umgebungen Sinn machen. Lesen Sie in diesem Artikel, wie das Integrationsmanagement im agilen Kontext zu interpretieren ist.
Integrationsmanagement ist im klassischen PM Aufgabe des Projektmanagers. Nach dem Kommunikationsmanagement, die zweit wichtigste Aufgabe des Projektmanagers. Integrationsmanagement beginnt bei der Einbettung der Projektorganisation im Unternehmen, beeinflusst die Entwicklung des Projektlebenszyklus und nimmt nicht zu Letzt, einen großen Einfluss auf die Entwicklung und Integration der Teams.
Einen Anteil der Integrationsmaßnahmen der Teams kann sicherlich der SCRUM Master übernehmen. Da das Team sich aber primär selbst organisiert, übernimmt das Team auch einen erheblichen Teil an Integrationsmaßnahmen.
Einerseits handelt es sich dabei um fachliche Elemente, da agile Teams auch häufig sehr interdisziplinär zusammengesetzt sind. Wenn bspw. „Dokumentation“ in agilen Frameworks kaum Beachtung geschenkt wird, muss man mutmaßen, dass interdisziplinär erarbeitete Lösungen maximal in der nächsten Retroperspektive verwendet werden. Aus Sicht des PmBok Guides, handelt es sich aber dabei um Assets, die im Prozessvermögen der Organisation erfasst werden sollen, um auch für zukünftige Projekte im Zugriff zu liegen. Solche Lösungen nicht langfristig zu konservieren, bedeutet „wasted time“ und das Gegenteil einer lernenden Organisation. Solche interdisziplinären Ergebnisse dienen dem Wachstum des „kollektiven Wissens“ im Unternehmen.
Andererseits entstehen auch in agilen Teams gruppendynamische Prozesse, die der SCRUM Master beurteilen und beeinflussen können sollte. Aber auch hier gilt es den hohen Selbstorganisationsanteil des Teams zu beachten. Das Team muss seine Fähigkeiten aufeinander abstimmen. Kommt es z.B. zu fachlichen Dissonanzen, sollten die Mitglieder der Gruppe in der Lage sein zu beurteilen, in welcher Phase der Team Uhr sich das Team befindet. Es ist ein großer Unterschied, ob sich das Team bspw. in der Phase Forming oder Storming befindet. Meinungsverschiedenheiten oder Konflikte werden in diesen Phasen vollkommen unterschiedlich gehandhabt. Hat das Team die Fähigkeit, auf der Metaebene den Entwicklungsstand des Teams zu beurteilen, kann es im Zweifel gezielter auf den Support des SCRUM Masters zurückgreifen. Dieses Thema wird aber noch intensiver im Wissensgebiet „Kommunikationsmanagement“ beleuchtet.
Der Projektauftrag wird vor dem Start eines Projekts entwickelt und enthält aggregierte Ziele, an denen sich der Projektleiter orientiert. In Anlehnung an den klassischen Projektaufträgen, können im agilen Kontext hier folgende Punkte dokumentiert werden: