Kritisches zum PmBok Guide 6th: Verwirrung um den “Fortschrittsmessungsbasisplan“

Der Artikel ist primär für PmBok Insider nachvollziehbar.

 

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Im PmBok Guide 5th galt die Definition für den Fortschrittsmessungsbasisplan:

Der Fortschrittsmessungsbasisplan integriert typischerweise Inhalt und Umfang, Terminplan sowie Kostenparameter eines Projekts, kann aber auch technische und qualitative Parameter enthalten1.

Während also jeder dieser Basispläne seine Parameter erst einmal unabhängig voneinander dokumentiert, erfasst der Fortschrittsmessungsbasisplan interdependent die gegenseitigen Abhängigkeiten und Auswirkungen aufeinander2.

 

Von daher empfand ich es von PMI auch als nicht sinnvoll, den „Fortschrittsmessungsbasisplan“ nicht im Projektmanagementplan PmBok Guide 5th auf Seite 78 neben den drei Basisplänen Kosten, Termine und Inhalt und Umfang darzustellen – allerdings als übergeordnetes Dokument dieser drei Pläne.

Im PmBok Guide 6th auf Seite 89 unter der Nummer 16, wird der „Fortschrittsmessungsbasisplan“ jetzt neben den schon drei genannten Basisplänen ebenfalls genannt, aber eben nicht als übergeordnetes Dokument. Aufgrund dieser Darstellung, könnte man aber zu der Einschätzung kommen, dass die drei genannten Basispläne mit den Nummern 13 – 15, nicht im Fortschrittsmessungsbasisplan integriert werden. Dieser Kontext wird im PmBok Guide 6th später zwar hergestellt2, würde aber in der Tabelle der PMP Inhalte, schon zur besseren Transparenz beitragen.

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Besser wäre gewesen, die Darstellung analog zum Inhalts- und Umfangsmanagement1 vorzunehmen. Hier wurden im PmBok Guide 5th die drei Bestandteile untergestuft dargestellt, auch wenn es hier nicht zu einer Integration der drei Dokumente kam. Es handelt sich bei den drei Dokumenten (Beschreibung des Projektinhalts und –umfangs, PSP und PSP-Verzeichnis) quasi immer nur um eine andere Darstellung des Scopes.

Zu der eigentlichen Verwirrung kommt es auf Seite 254 PmBok Guide 6th (2. Absatz, letzter Satz):

„Bei Projekten, die mit dem Management des Fertigstellungswerts (EVM) arbeiten, gilt der Kostenbasisplan als Fortschrittsmessungsbasisplan“.

Das verstehe wer will. Der Kostenbasisplan integriert doch nicht die terminliche Entwicklung. Ob nun mit oder ohne EVM gearbeitet wird, Kosten und Termine müssen integrativ bewertet werden. Dies gilt natürlich ganz besonders beim EVM im Kontext zum Fertigstellungsgrad. Wenn man jetzt den Kostenbasisplan mit dem Fortschrittsmessungsbasisplan gleich setzt, fallen für den nicht EVM Experten die Termindaten und Scope Veränderungen unter den Tisch. Und genau genommen auch für den Experten, denn die zu Letzt genannte Definition involviert nicht mehr den Terminbasisplan.

Würde man auch im EVM in der Terminologie weiter mit der o.g. Definition1 arbeiten, käme sogar der zusätzliche Aspekt der technischen Parameter zum Tragen: Die dritte Dimension des EVM, das „Technical Performance Management“. Auch die technischen Parameter würden bei der Definition von Seite 226 6th nicht berücksichtigt.

Ich sehe auch erhebliche Probleme bei der PMP Prüfung zur PMP Zertifizierung. Wenn ein Projektleiter den Integrationsansatz in einem Control Account bezogen auf Zeit, Kosten und Key Performance Parameters korrekt verinnerlicht hat, warum soll er dann den Fortschrittsmessungsbasisplan nicht als integratives Dokument für diese drei Parameter verwenden und diesen jetzt Kostenbasisplan nennen?

Vinai Prakash bringt es auf den Punkt: These three baselines put together are called the Performance Measurement Baseline.

1PmBok Guide 5th, Seite 303, 1. Absatz

2PmBok Guide 6th, Seite 171, 5.6.3.3 und Seite 229, 6.6.3.4 Fortschrittsmessungsbasisplan

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