Metalernen: Lernen Sie „Lernen“?

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Metalernen ist ein Teilgebiet der Metakognition. Dabei geht es um das Überwachen der eignen Lernleistung und dem Lernfortschritt. Genau genommen funktioniert Metalernen wie die Überwachung und Steuerung eines Projekts. Man setzt sich Ziele und plant eine Vorgehensweise, um diese Ziel zu erreichen. 

Matalernen mag für kleine Jungs nicht im Fokus stehen. Als ich ein kleiner Junge war, dachte ich, „Zuviel Lernen füllt mein Gehirn und macht den Kopf schwer“. Genau genommen war das auch eine Meta-Weisheit, wenngleich auch eine falsche Meta-Weisheit. Das wollte ich nicht…. zudem meine Präferenz, auf Bäume zu klettern und Fußball zu spielen, dominierte. Ein schwerer Kopf würde mich nur hindern Tore zu schießen und den Baum
schneller zu erklimmen, als meine Freunde.

Diese Erkenntnis machte mir lange zu schaffen. Auch mein Vater konnte mir – trotz erheblicher Anstrengungen – diesen Glauben nicht nehmen. Der Arme hat viele Abende verplempert, um mir schulisch notwendiges Wissen zu vermitteln. Erst als ich im Fernsehen einen sehr anschaulichen Dokumentarfilm über die Funktionsweise des Gehirns verfolgt habe, platzte bei mir der Knoten.

Auch ein Trainer muss Metalernen berücksichtigen.
Ein Trainer überacht sein Unterrichten über die Metaebene.

MetaLern – Weisheit Nr.1:

„Mir war ab diesem Tag klar, mein Gehirn kann unendlich Wissen speichern“.

Diese Erkenntnis war eine „Metalern – Weisheit“. Eine „Metalern – Weisheit“ kann Blockaden und destruktive Gefühle abbauen!

Bei den meisten Menschen verbindet das limbische System des Gehirns „Lernen“,  mit negativen Gefühlen – mit disharmonischem Stress (Distress). Nur, Lernen ist in unserer Hightech Welt – Stichwort „Arbeitswelt 4.0 – unabdingbar, auch wenn wir dem gern aus dem Weg gehen würden.

Ein Mensch der im Leben steht, konsumiert heutzutage 400-mal mehr neue Informationen, als ein Mensch noch  vor 100 Jahren. Manche Informationen sind wichtig, andere unwichtig. Manche Informationen müssen nur zu „Wissen“ generiert werden, andere Informationen wiederum müssen in den Berufsalltag transferiert werden, die in Form einer Habitualisierung dann zu Fertigkeiten entwickelt werden oder anderen Menschen weiter vermittelt werden müssen. Metalernen ist also ein „must have“ in der heutigen Zeit.

Wie geht man damit um? Wie lernt man, dem Lernen nicht aus dem Weg zu gehen, sondern „Lernen“ als Bedürfnis zu empfinden – als euphorischen Stress oder Eustress?

Das Tierreich und die Metaebene

Einen ersten Hinweis liefert uns das Tierreich. Ein Käfer der unter der Erde lebt, schüttet beim Verlassen seiner Behausung den Eingang vollkommen zu. Vielleicht hat er Angst,  jemand plündert seine Speisvorräte. Wäre durchaus menschlich! Danach fliegt er weg.

Eine Biene erkennt ihren Wohnort über die Metaebene.
Mit der Metaebene bewahrt man den Überblick und laterales Denken.

Wissenschaftler fragten sich, wie dieser Käfer seinen Eingang wieder findet, da er wirklich professionell der Umgebung angeglichen wurde?

Der Käfer fliegt mit relativ hoher Geschwindigkeit  in seiner „Einflugschneise“ auf etwa 15 – 20 cm Höhe auf den Eingang zu und landet treffsicher genau auf seinem Eingang! Unglaublich!

Dass erinnert mich immer an Nebellandungen im Winter mit dem Flugzeug! Ich sehe die Spitzen der Windräder in der Ferne aus dem Nebel auftauchen und hoffe, das Flugzeug trifft die Landebahn genauso gut wie dieser Käfer seinen Eingang!

Die Wissenschaftler kamen auf die Idee, das direkte Umfeld des Eingangs zu verändern, nachdem der Käfer „außer Haus“ war. Als der Käfer wieder eintrudelte, war er irritiert und im ersten Moment trudelte er noch etwas orientierungslos durch die Gegend. Aber schon 2 oder 3 Sekunden später, startete er spiralförmig  auf eine höhere Ebene, eine quasi „Metaebene“. Jetzt hatte er Überblick! Er orientierte sich „systemisch“ an Orientierungspunkten, die weiter vom Eingang entfernt lagen, aber wohl auch eine Koordinate generierten, die es dem Käfer möglich machten, wieder zielsicher genau auf dem Punkt zu landen. Phänomenal!

 

Da hat die Evolution ja wieder was Tolles erfunden! Interessant ist, dass wir Menschen diese Fähigkeit – nicht wie der Käfer, mit der Muttermilch eingeimpft bekamen! Wir Menschen müssen systemisches Lernen lernen. Wobei die Fähigkeit dazu, allen Menschen weltweit zu Eigen ist.

MetaLern – Weisheit Nr. 2:

Daraus können wir Menschen schon mal eine weitere „Metalern – Weisheit“ ableiten: Struktur und System und damit systemisches Lernen, bilden allgemeingültige Parameter des Lernens. Genauso wie es weltweit der Fall ist, dass Menschen aller Arten über ein mathematisches Verständnis verfügen, gilt für alle Menschen weltweit, dass Struktur und systemisches Lernen förderlich ist, um Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln. Das widerspricht nicht dem 

Bettdecke
Die Bettdecke verhindert nicht Metalernen.

Grundsatz, dass Menschen verschiedenen Lerntypen unterliegen.

Der Käfer hatte die Idee auf eine „Metaebene“ zu fliegen ja nicht erst im Falle des Risikoeintritts…. insofern Käfer Ideen haben können. Instinktiv muss der Käfer schon präventiv dieses „Meta – Koordinatensystem“ internalisiert, also verinnerlicht haben, um im Falle des Falles auf dieses Wissen zurückgreifen zu können. Quasi eine Art Risikoidentifizierung. Unser Käfer hat sich also nicht damit zufrieden gegeben, nur das nötigste Wissen über den Standort seiner Behausung zu ermitteln.

MetaLern - Weisheit Nr. 3:

Destruktive Rhetorik!
Das geflügelte Wort „Weniger ist Mehr“ trifft nicht immer zu. Gerade was das Anhäufen von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten angeht, gilt „Mehr ist Mehr“.

„Das menschliche Gehirn ist ein Kognitionsweltmeister!“ Professor Dr. Spitzer identi-fiziert das menschliche Gehirn als das komplexeste System des Universums.

Kognitionsweltmeister

Das Gehirn des Menschen ist so konstruiert, das neues Wissen zu neuen Strukturen führt. Diese Strukturen sind
einerseits in der Lage, neues Wissen wiederum schneller und immer assoziativer zu integrieren sowie auf Basis dieser 
Vernetzung innovativer zu werden. Innovation benötigt Wissen. Ohne Wissen keine Innovation! Erst mit Wissen ist emergente Innovation möglich.

Sehr schön erkennt man das bei Comedians. Umso länger sie ihren Beruf ausüben, desto schlagfertiger werden sie. Kreieren sogar vollkommen neue
Gags „just in time„.

 

(Das ist jetzt nicht der Weisheit Ende, weitere „Metalern –
Weisheiten“ folgen.)

 

Hier schreibt Renee Ossowski, PMP.

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